Durch den Wiederaufbau der Synagoge wird von 2011-2013 geschlossen werden.

Synagoge, die Exposition Mikulov und mährische Juden

Der älteste und heutzutage einzig stehende jüdische Templ in Nikolsburg ist die "Obere Synagoge", auch "Alte", "Große" oder Domsynagoge" genannt. Sie steht in der Reihe von Häusern der heutigen Husova Straße, die früher die Hauptachse des Judenviertels in Nikolsburg gebildet hat. An ihrem Ort stand ein Synagogegebäude, welches wahrscheinlich schon im 15. Jahrhundert gebaut wurde. Ein direkter Vorgänger des heutigen Gebäudes war eine Renaissancesynagoge aus dem Jahre 1550, die nach einem Brand im Jahre 1561 umgebaut wurde. Nach einem der meist vernichtenden Brände im Jahre 1719 wurde die Synagoge wieder erneut. Die Decke des Hauptsaals wurde in vier Barockkuppeln gehoben, die in der Mitte des Saals in einen Vier-Säulen-Pfeiler gewölbt sind, der, mit Baldachin gedeckt, auch das Rednerpult bildet. Dieses einzigartige architektonische Element haben wahrscheinlich die polnischen Juden mitgebracht, für welche Nikolsburg in der Hälfte des 17. Jahrhunderts zum Zufluchtsort wurde. Der Umbau der Synagoge hat wahrscheinlich der Architekt Johann Christian Oedtl geleitet, der in Diensten bei Dietrichsteinern stand. Ein weiterer der bedeutenden Künstler - Bildhauer Ignác Lengelacher, hat einen imposanten Torabehälter geschaffen - Aron ha-Kodesch. Die innere Ausschmückung der Synagoge war sehr reich - neben Ornamenten und hebräischen Texten in himmelblauen Kuppeln war diese auch mit vielen Stukkaturen dekoriert. Aus der inneren Ausstattung hat man ein Steinwaschbecken im Eingangsflur und ein Steinständer mit einer Schüssel für Wasser im Hauptsaal bewahrt. Die Obere Synagoge wurde bis ins Jahre 1938 zu Gottesdiensten genutzt. Die Devastation des Gebäudes, durch Besetzung der Nazisten und durch Ungunst des vorigen Regimes verursacht, hat das wunderschöne Interieur des Hauptsaals betroffen. Dieses einzigartige jüdische Denkmal hat das Nikolsburger Museum in einer umfangreichen Rekonstruktion in den Jahren 1977-1988 gerettet. Durch die Rekonstruktion wurde die Synagoge stark verändert und ihr religiöser Charakter wurde gedrängt. Trotzdem bleibt sie eine der schönsten Synagogen unserer Republik.

Das Regionalmuseum, welches die Synagoge nach dem Jahre 1938 der jüdischen Gemeinde Brno übergeben hat, gebraucht weiter das Gebäude als Ausstellung- und Konzertsaal. Kostbare Gegenstände aus den Sammlungen des hiesigen Museums und des Jüdischen Museums in Prag dokumentieren auch Geschichte des mährischen Judentums, mit Nikolsburg mittelbar verbunden. Das Synagogensilver und -textil der mährischen Provenienz, Handschriften und weitere Denkmäler der mährischen Spezifika, wie z. B. die mährische Schreibschule oder mährische Nähwerkstatt, macht aus der Exposition "Mikulov und mährische Juden" ein bedeutendes Dokument einer bedeutenden Kultur. Die Ausstellung erklärt auch die Tradition der jüdischen Feiertage sowie bedeutende Familientage und bringt so die Grundinformationen denen, die bisher keine Möglichkeit hatten, den Judaismus näher kennen zu lernen, die Gelegenheit dazu.

© Regionální muzeum v Mikulovì 2008