Galerie der Dietrichsteiner

Die Galerie einer bedeutenden mährischen Adelsfamilien, deren einige Vertreter europäische Geschichte zusammengeschaffen haben, präsentiert in den Geschichten der Familienpersönlichkeiten die Entwicklung der hiesigen Gegend. Die Dietrichsteiner haben ihren Hof in Nikolsburg seit dem Jahre 1570 bis zum Ende des zweiten Weltkriegs unterhalten. Die Entwicklung sowie der Niedergang von Nikolsburg waren immer mit gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Erfolgen der Familie verknüpft. In der Exposition sind Gemälde aus dem 17. - 20. Jahrhundert, eine zusammenhängende Galerie der Porträts von Majoratsherrn und ihrer Kinder ausgestellt. Die Ausstellung ist ergänzt durch Exponate, die mit Geschichte des Schlosses, der Stadt und der Herrschaft zusammenhängen. Ein Bestandteil der Ausstellung ist ein einzigartiges Renaissancegewand - das Kleid von Margareta Franzin von Lobkowicz, geboren Dietrichstein.


Das Kleid von Margareta Franzin von Lobkowicz

Der Fond der historischen Gewänder, aus dem Gebiet von Böhmen und Mähren, wurde durch eine sehr bedeutende und besonders gut erhaltene Sehenswürdigkeit bereichert - das Gewand aus dem Sarg von Margaretha Franzin von Lobkowicz (?1597-1617), die zusammen mit ihrem Ehemann Wenzel Wilhelm von Lobkowicz (1592-1621) in der Gruft der Pfarrkirche des heiligen Wenzel in Nikolsburg begraben wurde. Die Bestattungsgewänder des Ehepaars hat im Jahre 2003 das Regionalmuseum Mikulov im Zusammenhang mit der anthropologischen Untersuchung der Skelettereste des Ehepaars, welche von RNDr. Eva Drozdová durchgeführt wurde, bekommen. Das Gewand von Margaretha Franzin wurde im Jahre 2005 von der akademischen Malerin Vendulka Otavská konserviert.
Margaretha Franzin, Tochter des mährischen Unterkammerherrn Zikmund II. des Grafen von Dietrichstein und Joanna aus der Adelsfamilien Scaliger aus Verona, gehörte zu der dritten Generation der Nikolsburger Dietrichsteiner. Bis zum Jahre 1616 wurde sie als höfische Dame der Kaiserin Anna, Gattin des Kaisers Matthias aufgeführt. Im Februar 1616 heiratete sie. Ein Jahr später starb sie nach der Geburt ihres ersten Sohnes. Das Kleid von Margaretha Franzin ist ein hervorragendes Beispiel der Frauengewänder des frühen 17. Jahrhunderts, welche in Europa nur sehr selten bewahrt sind. Im Bezug auf den sehr kurzen Lebensweg von Margaretha Franzin können wir annehmen, dass das Kleid ca. um 1616 gefertigt wurde. Das Komplex besteht aus einem vorzüglich genähten Leibchen und einem prunkvollen repräsentativem Mantel mit hängenden Ärmeln, genannt Surcot, erstellt aus handgeschnittenem Sammet. Die beiden Teile des Gewandes haben feste Krägen, die einen raffinierten Spitzenkragen unterstützen. Die Ärmel des Leibchens sind mit sanften Seidenmanschetten ausgeschmückt. Solches Zubehör konnte nur sehr selten bewahrt werden. Das Artefakt ist ergänzt durch einen breiten Sammetrock. Zu der Begräbnisausstattung gehören weiter gestrickte Seidenstrümpfe, Strumpfhalter aus Streifen des Seidenstoffs, die mit geklöppelter Spitze mit Troddeln ausgeschmückt waren, geschnürte Bänder aus der Schuhe und auch ein kleines Kissen mit langem Menschenhaar gefüllt. Das Gewand von Margaretha Franzin stellt spanische Mode der hohen Schichten der Gesellschaft dar. Diese Mode kann man auch auf vielen derzeitigen Porträts beobachten. Sie dominierte auch auf dem Wiener Hof und wie es bei Margaretha Franzin zu sehen ist, wurde diese Mode auch von dem mährischen Adel getragen.

In der Saison 2009 wurde diese Exposition durch neu restaurierte Gegenstände erweitert. Ein spätgotisches Kruzifix - eine Holzschnitzerei aus der Wende des 16. und 17. Jahrhunderts gehörte zur Ausstattung der Schlosskapelle. Zur Zeit ist es im Saal über Kardinal Franz von Dietrichstein installiert. Es ist zu vermuten, dass es gerade von ihm für die Schlosskapelle bestellt wurde.
Für das Rokokogewand, in welchem Marie Anna Josefin von Dietrichstein (1705-1764) bestattet wurde, war in Hinsicht auf die Ausstellungsbedingungen - ständige Temperatur, Feuchtigkeit, minimale Beleuchtung - der Raum eines Kabinetts ausgewählt, welcher in die dicken Renaissancewände des Schlosses eingebaut sind. Das Kleid wurde aus den Seiden der Franzinözischen Mode der 60er Jahre des 18. Jahrhunderts genäht: ein enges Leibchen mit einem tiefen Ausschnitt und engen Dreiviertelärmeln sowie ein breiter Rock. Die Restauratorin, akademische Malerin Vendulka Otavská war wieder von dem guten Zustand des bewahrten Kleides überrascht. Zusammen mit dem Kleid werden auch die Textilpumps ausgestellt, die zum Kleid gehörten.


Römer und Germanen in der Gegend der Polauer Berge


Die Exposition gewann im Jahre 2008 eine prestige Anerkennung
im Nationalwettbewerb der Museen - den Preis Gloria musaealis
in der Kategorie Museumsausstellung des Jahres 2007

Die Exposition "Römer und Germanen in der Gegend der Polauer Berge", die im Kellerraum des Schlosses ausgestellt wird, bringt, durch die archäologischen Funde, das Leben in Mähren in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung näher. Ihr erster Teil stellt die Kultur der Römer durch die Produkte der römisch-provinziellen Werkstätten vor. Dazu gehören Beispiele der Gegenstände, die mit dem Aufenthalt der römischen Legionen auf unserem Gebiet verbunden sind.
Ein Bestandteil der Exposition bildet auch installierte Unterflurheizung genannt Hypokaustum. Im zweiten Teil der Exposition sind die Funde präsentiert, die die Kultur der heimischen Bevölkerung - des germanischen Stammes Sweben - zu der Zeit der Römer auf unserem Gebiet dokumentieren .
In einer idealisierten Rekonstruktion einer germanischen Hütte und in den Schaukästen sind Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs aufgestellt: keramische Gefässe, knöcherne Kämme, Nadeln, Broschen usw. Die Art und Weise, wie die Germanen ihre Toten begraben haben, veranschaulichen die Rekonstruktionen zweier Gräber, ausgestattet mit Artefakten aus der Nikolsburger Grabstätte. In den Schaukästen sind typische Gegenstände ausgestellt, die in die Feuergräber eingelegt wurden, wie z. B. keramische Gefässe, Waffen, Messer, Klammern, Glaskorallen. Den Höhepunkt der ganzen Exposition bildet die Präsentation eines einzigartigen Komplexes der Funde aus dem Grab eines germanischen Magnaten aus dem 2. Jahrhundert. Dieses Grab wurde am Ende der 80er Jahren des 20. Jahrhunderts bei Mušov (deutsch Muschau) entdeckt. Es handelt sich um eines der reichsten Gräber auf unserem Gebiet. Es beinhaltete eine ganze Reihe vergoldeter Gürtelgarnituren, Waffen, römischer Bronze-, Glas- und Keramikgefässe. Der Fund war, dank seiner großen Menge von Gegenständen der römischen Herkunft, sehr einzigartig. Gleichzeitig beweist ein hohes Niveau des germanischen Handwerks.


Von der Gotik bis zum Empire

Die Exposition der angewandten Kunst bilden die Gegenstände von Spitzenqualität - Möbel, Glas, Porzellan, Uhr, Keramik, Silbergegenstände. Die Ausstellung hat im Jahre 1997 die Moravská galerie v Brnì (Mährische Galerie Brünn) aus eigenen Sammlungen für die Ausstellungsgelände des Regionalmuseums im Nikolsburger Schloss vorbereitet. Die Absicht der Veranstalter war es, durch die wertvollsten und interessantesten Museumsgegenstände die Entwicklung des Lebensstils von der Gotik bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts vorzustellen. Im Unterschied zu klassischen Schlossinstallationen, deren Ziel es ist, eine Illusion des vollständigen Schlossinterieurs auszubilden, handelt es sich hier um eine Ausstellungsauffassung, die einzelne künstliche Gegenstände betont, welche typisch für jeweilige Kunststile sind. Die künstliche Zeitspanne der Exposition korrespondiert mit der Geschichte des Schlosses - von der gotischen Burg über Renaissancezeit, die mit dem Kardinal Franz von Dietrichstein viel verbunden ist, Barockzeit mit den Erwähnungen der häufigen Besuche von Maria Theresia bis zum "kaiserlichen Stil" Empire als Erinnerung an den Aufenthalt von Napoleon Bonaparte. Die Exposition bildet eine repräsentative Darstellung des künstlichen Handwerks und der Entwicklung des Wohnens. Sie wird von den Touristen gern besucht und von den Schulen für ihre Aus- und Weiterbildungen oft und gern genutzt.


Weinberge und Weinbau

Die modern aufgefasste Ausstellung "Der traditionelle Weinbau in Mähren" informiert über die Geschichte des Weinbaues, Weinproduktion und Weinverkauf seit den ersten Erwähnungen über Weinreben in Mähren bis zur Situation des Weinbaus und der Weinberge zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der traditionelle Rebenbau und die ganzjährige Arbeit in Weinbergen werden anschaulich beschrieben. Die Weinschädlinge und die Entwicklung ihrer Bekämpfung werden ebenfalls erwähnt. Das Werkzeug zur Bebauung in Weinbergen aus dem 19. Jahrhundert und eine primitive Anlage zum chemischen Schutz vor Schädlingen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts werden auch ausgestellt. Der Besucher hat die Möglichkeit, das Funktionsprinzip der Block- und Schraubenspindelpressen kennen zu lernen und viel über die traditionellen Verfahren bei der Weinproduktion zu erfahren. Die Exposition stellt auch die Grundtypen der Weinbauten vor, beschreibt unterschiedliche Weingefäße und erklärt spezifische Wein betreffende Begriffe, Namen und Maße, die in der Vergangenheit das alltägliche Leben eines Winzers begleitet haben und heute meistens schon vergessen sind. Für eine bessere Vorstellung über die Organisation der traditionellen Kellerarbeiten ist einer der Räume als Pressraum aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet.

Die modern aufgefasste Ausstellung "Der traditionelle Weinbau in Mähren" informiert über die Geschichte des Weinbaues, Weinproduktion und Weinverkauf seit den ersten Erwähnungen über Weinreben in Mähren bis zur Situation des Weinbaus und der Weinberge zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der traditionelle Rebenbau und die ganzjährige Arbeit in Weinbergen werden anschaulich beschrieben. Die Weinschädlinge und die Entwicklung ihrer Bekämpfung werden ebenfalls erwähnt. Das Werkzeug zur Bebauung in Weinbergen aus dem 19. Jahrhundert und eine primitive Anlage zum chemischen Schutz vor Schädlingen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts werden auch ausgestellt. Der Besucher hat die Möglichkeit, das Funktionsprinzip der Block- und Schraubenspindelpressen kennen zu lernen und viel über die traditionellen Verfahren bei der Weinproduktion zu erfahren. Die Exposition stellt auch die Grundtypen der Weinbauten vor, beschreibt unterschiedliche Weingefäße und erklärt spezifische Wein betreffende Begriffe, Namen und Maße, die in der Vergangenheit das alltägliche Leben eines Winzers begleitet haben und heute meistens schon vergessen sind. Für eine bessere Vorstellung über die Organisation der traditionellen Kellerarbeiten ist einer der Räume als Pressraum aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet.

Die Galerie der Holzweinpressen stellt neun komplette historische Presse und drei Pressebruchstücke als prächtige Artefakten aus. Alle Grundtypen der Schraubenspindelpressen sind zu sehen - Pressen mit einem, zwei und drei Spindeln, Pressen mit den Holz-oder Metallspindeln, kleine Presse mit der Höhe von fast 70 cm neben monumentalen Riesen mit der Höhe von fast 3 Metern. Die älteste von ihnen stammt aus dem Jahre 1797, die jüngste wurde im Jahre 1937 gebaut. Dies umfasst Exemplare aus Südmähren und aus der Westslowakei. Im Regionalmuseum ist es möglich, insgesamt 15 historische Weinpresse zu sehen.


Riesenweinfass

Der älteste Gegenstand der Weinbausammlung des Regionalmuseums ist das Renaissance- Riesenweinfass aus dem Jahre 1643. Seine Erbauung erließ der Besitzer der Nikolsburger Herrschaft Maxmilian Fürst von Dietrichstein (1596-1655), Nachfolger von Kardinal Franz von Dietrichstein (1570-1636). Das Fass wurde mit Wein gefüllt, welcher als Steuer von den Untertanen genommen wurde, die sich die Weinberge von der Obrigkeit mieteten.



Schlossbibliothek

Die Schlossbibliothek gehört im Nikolsburger Schloss zu den bedeutendsten bewahrten Einheiten, die nicht durch den Brand im Jahre 1945 vernichtet wurden. Bis auf kleine Veränderungen behält die Bibliothek ihre Gestaltung aus dem 18. Jahrhundert, die sie bei dem Umbau aus einem Renaissance-Theatersaal gewonnen hat, welches zur Zeit des Kardinals Franz von Dietrichstein (1527-1590) erbaut wurde. Die Bibliothek befindet sich in einem Barockgebäude in zwei gotischen Türmen eingebetet. Bei dem Eingang ins Schlossareal. Ihr historisches Gelände bildet einen sog. Lesesaal und einen großen Bibliotheksaal. Hier befinden sich in ursprünglichen Barockschränken aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts über 11 000 Buchbänder der Dietrichsteiner Bibliothek und weitere Bänder einiger Adelsbibliotheken aus Jaroslavice, Moravské Budìjovice und Plaveè.
Die ursprüngliche Bibliothek hat Adam von Dietrichstein gegründet, der kaiserliche Bote am spanischen Hof und später Kardinal Franz von Dietrichstein (1570-1636) hat sie erweitert - sein mächtiger Aufstieg ins mährische Landesamt ermöglichte ihm, eine der größten europäischen Bibliotheken seiner Zeit zu erschaffen. Diese Bibliothek jedoch, damals etwa 10 000 Buchbänder zählend und durch zahlreiche Konfiskationen der Bibliotheken der Protestanten bereichert, wurde während des Dreißig jährigen Kriegs im Jahre 1645 von den Schweden gestohlen. Den Kern der heutigen Buchsammlung bilden die Familienbibliotheken, die die Dietrichsteiner durch Kauf oder Erbe erwarben. Von denen war vor allem die Familienbibliothek der protestantischen Familie Hoffmann aus Grünpichl von Bedeutung. Nach der Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in den Fond die Bibliothek der Familie Pruskovský aus Pruskov eingegliedert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Schlossbibliothek durch den Bücherfond aus dem Nikolsburger Piaristengymnasium bereichert, desen wertvollste Literatur die mathematischen, geologischen und astronomischen Bücher des Piaristen und Mathematikprofessor František Kassian Halaška darstellen.
Obwohl viele der Bücher durch die fürstliche Familie Dietrichstein in den Auktionen im Ausland im Jahre 1933 verkauft wurden, gehört diese Bibliothek zu den Kleinodien des Nikolsburger Schlosses. Die Exposition im Bibliotheksaal veranschaulicht die Buchkunst in einzelnen, historischen Epochen und präsentiert bedeutende Schriftsteller, deren Werke in der Bibliothek vertreten sind.

Verwalter der Schlossbibliothek:
Mgr. Miroslav Koudela, tel.: 519 309 032, koudela@rmm.cz


Galerie der bildenden Künste

Das erste Teil der Galerie bildet die Auswahl aus dem Werk von Rudolf Gajdoš (1908-1975) - Maler, der durch Leben und Werk mit Nikolsburg verbunden war. In dem durch Brand vernichteten ehemaligen Ahnensaal des Nikolsburger Schlosses hat er das Deckenfresco mit dem Namen "Apotheose des Südmährens" geschaffen und hat sich auch um die Rettung des Schlosses in der Nachkriegszeit bedeutend verdient.

Der zweite Teil der Galerie wird dem Maler Wenz Gröll (1889-1969) gewidmet, einem Landsmann aus dem nahen Dorf Bavory (deutsch Pardorf), welcher als Professor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien tätig war. Grölls hier ausgestelltes Werk stammt aus dem Höhepunkt seines Schaffens. Den zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und zeigt die Gegend der Polauer Berge. Eine Sammlung der Bilder und Zeichnungen hat dem Nikolsburger Museum seine Enkelin als Beitrag zum gegenseitigen Verständnis der tschechischen und österreichischen hier lebenden Nationen geschenkt.

Eine interessante Tätigkeit des Museums ist die Galerieexposition "Dílna" (deutsch Werkstatt), die aus Bilder und Plastiken der alljährlichen Nikolsburger Sommerkunstsymposien entsteht. Diese Symposien finden seit dem Jahre 1994 im Nikolsburger Schloss statt. Die Exposition stellt eine der umfangreichsten Sammlungen der gegenwärtigen Kunst in unserer Republik dar.
http://www.artmikulov.cz

© Regionální muzeum v Mikulovì 2008